Lästereien und Erwartungen
Hüten Sie sich heute vor allzu hohen Erwartungen. Träume und Wünsche gehen halt nicht einfach per Fingerschnippen in Erfüllung. Sie müssen schon etwas dafür tun. Das gilt im Job ebenso wie in privater Hinsicht. Je eher Sie sich darüber im Klaren sind, desto besser. Wichtige berufliche Entscheidungen und Schritte sollten Sie übrigens dreifach überdenken.
Das kommt davon, wenn man auf woman-magazinen stöbert. Da findet sich auch die Rubrik „Ran an den Speck“ von einer Szene-Reakteurin geschrieben, und wir finden wundervolle Beispiele weiblicher Selbsterkenntnis:
Frauen sind genetisch bedingt die besseren Plapperer. Wir reden mehr, denken schneller und finden blumigere Ausdrucke für Schuhe/Handtaschen/Schokolade, als Männer. Das ist an sich ja eine super Sache. Aber: Wir sind auch Königinnen im Lästern.
Schön, dass/wenn es der Frau Kellermann so gut geht. Ihre Chefin ist auch ganz fit:
„Du hast eine halbe Tafel Schokolade in der Hand gehabt“, sagt sie vorwurfsvoll. „Jahaaaa… die bringe ich aber gleich mit in die Konferenz! Ich will die doch gar nicht essen!“, wehre ich mich umgehend. „Darum geht’s ja gar nicht“, sagt sie. „Aber ich habe dich mit der Schokolade im Fahrstuhl gesehen… Du musst Treppen steigen!“
Frau auf Diät – oder dem, was sie darunter versteht, überlegt, dass sie „irgendwann“ ein Glas Wein trinken wird:
Immerhin gehören 1,5 Liter Wasserflaschen seit drei Tagen zu meinen neuen Accessoires – und da wird eine kleine Belohnung ja wohl mal drin sein! Und soviel ww-Punkte hat das auch nicht!
Die Hauptsache ist doch, wir haben mal darüber gesprochen, Nicht wahr?
Wenn Frau Kellermann, die das Abnehmen doch nun wirklich nicht nötig hat, wenigstens gesagt hätte: Fressnet.de behauptet ja sogar, dass man den Wein gar nicht als Belohnung, sondern aus therapeutischen Gründen – in Maßen, als förderliche Handlung zu sich nehmen soll.
Aber so sind die Frauenzeitschriften: „Hüten Sie sich vor hohen Erwartungen …“

