Willensstärke
„Du musst nur wirklich wollen, dann …“.
Das ist ein Tipp, wie er oft genug, und auch noch im Ernst geäußert wird.
Der arme Ratsuchende will daraufhin, so sehr er kann. Wünscht sich ganz fest und schnell, am Ziel zu sein. Unter allen Umständen muss es vorwärts gehen.
Er wünscht sich mehr, viel mehr, als technisch, praktisch und theoretisch möglich ist. Umso unerreichbarer wirkt die schöne Zielvorstellung. Um so höher wirken die Hürden, die es zu überwinden gilt. Um so unüberwindbarer.
Jetzt hat er einen Konflikt. Der letzte Schritt soll gleich gemacht werden. Der letzte Schritt ist nicht der nächste Schritt; aber wer sagt ihm das, wird er das verstehen, und was soll der nächste Schritt sein? Was soll der zweitnächste Schritt sein?
Ja, er will ja wirklich seinen eigenen Willen durchsetzen. Dass er nur wollen müsse, hat man ihm oft genug gesagt. Darin ist er jetzt etwas eigensinnig. Und an diesem Eigensinn wird er festhalten. Der führte zwar dazu, dass überall die Hindernisse zu hoch erscheinen, dass die nächsten, nötigen Schritte vergessen werden, aber Eigensinn ist Eigensinn. Er klammert sich an seine Vorstelllungen, hat zwar Ohren, hört aber nicht.
Manchmal gibt es da eine innere Stimme. Zu der hat er wenig Vertrauen. Oder er braucht sehr lange, um sie zu verstehen.
Das wollen, das ist auch schwerer als das sollen. „Was soll ich nur machen?“
Diese Frage hört man weitaus häufiger als „Was will ich nur machen?“.
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