Diät und ihre Feinheiten

vollwertiges, für Kopf, Herz und Bauch

Durchfallerquote: 95 Prozent

… so die knappest mögliche Zusammenfassung eines langen Zeit-Artikels über Sinn, Erfolg und Zweck der Diäten.

Diäten können nie helfen

… Der Übergewichtige nimmt ein paar Wochen ab und kehrt danach zu seinem alten Lebenswandel zurück. Wie soll ein vorübergehender Kalorienverzicht zu einem dauerhaften Gewichtsverlust führen? Das wäre so als ob eine Woche Regen im Thschad die Sahara für alle Zeiten in Ackerland verwandeln würden. Eine „Diät“ hat nur Sinn vor einer OP oder einem ähnlichen wichtigen Termin.

Wer abnehmen will muss seine Ernährung für die komplette Dauer seines restlichen Lebens umstellen. Weniger Industriefutter, mehr Obst und Gemüse, weniger Tierprodukte und mehr Bewegung führen dauerhaft fast immer zum Erfolg. Aber mit einer zwei Wochen Diät werde ich nicht den Rest des Lebens schlank.

Diäten sind eine (meist teuer bezahlte) Schlankheit auf Probe.

Das war der Leserkommentar, der mir noch am besten gefallen hat, von AlbertHalbstein.

Bei der Gelegenheit ist dort noch Kommentar  Nr. 8 aufgetaucht:

Die psychischen Ursachen des Übergewichts

… sind hier gar nicht untersucht worden. Dass Dicke ihre Probleme anders lösen oder aussitzen als Dünne, ist ja noch nachvollziehbar, aber was sich dabei unbewusst abspielt, lässt sich nur schwer erforschen. Ob Dicke an einer Mangelneurose leiden oder einen zusätzlichen Hunger, den Dünne nicht haben – einen Phantomhunger – - das wird merkwürdig selten diskutiert.

 

 Also, da gibt es einen direkten Zusammenhang zum Artikel Übergewicht und Psyche

April 22, 2007 Geschrieben von fressnet2 | Netzspaziergang, Presse | 1 Kommentar

Welche Süßigkeit bei Diät?

Das ist eine schwierige Frag, die beim Cyberdoktor recht ausführlich diskutiert wurde.

Dor findet sich auch der Artikel

DEUTSCHES ÄRZTEBLATT PRINT

Huether, Prof. Dr. med. Gerald; Schmidt, Sabine; Rüther, Eckart
Essen, Serotonin und Psyche: Die unbewußte nutritive Manipulation von Stimmungen und Gefühlen
Deutsches Ärzteblatt 95, Ausgabe 9 vom 27.02.1998, Seite A-477 / B-384 / C-362
MEDIZIN: Kurzberichte
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Stichwörter: Psyche, Serotonin, Tryptophan, Adipositas, Anorexia
Das serotonerge System ist als globales Transmitter-System entscheidend an der Koordinierung und Harmonisierung der in räumlich getrennten, lokalen neuronalen Netzen generierten Aktivitäten und daher an der Regulation von Stimmungen und Affekten beteiligt. Nach Einnahme besonders kohlenhydrat- oder fettreicher Nahrungsmittel kommt es postprandial zu einer vermehrten Verfügbarkeit von Tryptophan und damit zu einer verstärkten Synthese und Freisetzung des aus Tryptophan gebildeten Serotonins durch serotonerge Präsynapsen.

Wer es übrigens schafft, diesen Artikel in ein allgemeinverständliches, lesbares Deutsch zu übersetzen, macht sich um das Gesundheitswesen vermutlich mehr verdient als 90% unserer Politiker, die uns keine Gesundheitsaufklärung, sondern eine Kostenreform beschert haben.

Im „Wunschgewicht-Blog haben wir die Frage nach den Alternativen zum Zucker schon mal diskutiert; in neueren Diskussionen stellt sich heraus, dass Zucker für einen Teil unserer Klientel ein Suchtmittel ist, das, wie Alkohol, oftmals einen gewissen „Spiegel“ im Blut zu verlangen scheint.

Für den Hausgebrauch empfiehlt sich von daher ein langsames Ausschleichen des Suchtmittels und die flexible Beschränkung auf ein bestimmtes Quantum pro Woche; eine absolute Abstinenz ist nicht machbar – wahrscheinlich.

Auch, dass Qualität vor Quantität zu stehen habe, ist ein erprobter Lehrsatz.

Vor allem ist aber, wie bei jeder Diät, die Frage nach der Lebensqualität auf allen Ebenen zu stellen.

April 14, 2007 Geschrieben von fressnet2 | Sucht? | Hinterlasse einen Kommentar

Woche 38, 95,3 Kilo: Angst, Zorn, Scham

Wenn der nackende Papa sich in der Küche wiegen will und Sohnemann derweil beim Comiclesen

vor einer Schlüssel Smacks mit Milch und sitzt und „Oh Mann Papa, das ist total eklig“, jault, „ich esse hier vielleicht!“ dann wird es Zeit für eine Familiendiät, oder Papa sollte mal bei Fressnet.de anfragen.

„Warum darf denn, bitteschön, das Kind beim Essen lesen – doch nicht, weil Sie zur schreibenden Zunft gehören?“ – gut, sowas sagt man vieleicht im Vorgespräch, oder wundert sich auch nur.

„So. Das war’s. „Du dreckiges Miststück“, schrie ich die Waage an und warf sie umgehend in den Mülleimer. Ohnmächtiger Zorn überfiel mich, da rackert man sich ab, strengt sich an, und die feine Waage hat plötzlich keine Lust mehr. Mein Sohn sah mir unangenehm berührt zu. „Kaputt“, sagte ich. „Zieh dir lieber was an“, sagte er.“

Nun ja, wir sind in einer Fortsetzungsgeschichte. Weekly soap, oder wie heißt das Format? Die Idee dazu hatte ich ja auch schon mal, aber dann entschied ich, dass das in der Form doch etwas zu intim ist, und nicht jeden etwas angeht.

Merke: Auch Kilo-Killer nehmen ab und zu. Was mir außerdem aufgefallen ist: Der Haushalt verfügt über einen recht großen Mülleimer. Bei mir passt keine Waage rein – ach, nicht meine Probleme.

Information, Auflärung, Didaktik und Selbsthilfe bei Übergewicht

März 10, 2007 Geschrieben von fressnet2 | Netzspaziergang | Hinterlasse einen Kommentar